Tomatenanbau

Wer einmal eine Tomate von einer selbst gezogenen Tomatenpflanze geschmeckt hat, weiß das es auch Tomaten mit einem intensiven Aroma gibt. Geschmacklich nicht zu vergleichen mit den wässrigen Tomaten. Schon alleine um den Geruch einer sonnen gereiften Tomate aus eigenem Anbau aufnehmen zu können, lohnt es sich Tomaten selber zu pflanzen.

Vorgezogene Tomatenpflanzen erhalten Sie im Frühjahr und Sommer in Baumärkten und Gartencenters Die Pflanzen können Sie gleich in Ihren Garten, Gewächshaus oder auf dem Balkon auspflanzen. Sie haben jedoch eine wesentlich größere Auswahl an Tomatensorten, wenn Sie die Nachtschattengewächse aus Tomatensamen selbst anziehen. So steht Ihnen eine Fülle von besonderen Tomaten zur Verfügung und das auch noch zu einem günstigeren Preis.

Der Tomatenanbau ist einfach. Wie Sie die häufigsten Probleme dabei vermeiden können, das erfahren Sie hier:

Tomatenanzucht

Zuerst sollten Sie sich Samen von Tomatensorten beschaffen, die für Ihren gewünschten Standort geeignet sind. Für den Balkon eignen sich Buschtomaten, im Gewächshaus die berühmte Tomate „Harzfeuer“. In der Sortenbeschreibung finden Sie Hinweise, welche Ansprüche die Pflanze stellt. Eine Ochsenherztomate, dessen Früchte mehr als ein halbes Kilo schwer werden können, wird schnell Platzmangel auf einem Balkon bekommen.

Auf der Terrasse eignen sich Mini-Tomaten besser. Vertrauen Sie Ihren Bauchgefühlen. Mögen Sie gerne Tomatensuppen, sollten Sie auch grüne Tomaten anbauen. Für Pasta und Pizza eignen sich Romatomaten.

Tomatensamen aussäen

Der richtige Zeitpunkt, um mit der Aussaat von Tomatensamen zu beginnen, wird vom Frost bestimmt. Eine alte Bauernregel besagt, das erst nach der „kalte Sophie“ am 15. Mai keinen Frost mehr kommt. Wer sich die Statistiken über den letzten Nachtfrost der letzten Jahre anschaut, mag vielleicht auch schon zehn Tage vorher mit dem Auspflanzen beginnen.

Mit der Anzucht auf der Fensterbank fangen Sie ungefähr sechs Wochen vorher an. Beginnen Sie Indoor Ende Februar oder Anfang März mit der Tomatenaussaat. Möchten Sie die Samen direkt auf dem Balkon oder in dem Gemüsebeet säen, warten Sie bis Mitte Mai. Unter Folie ist es möglich ab März mit Anzucht zu beginnen. Ein Pflanzentunnel ist schnell aufgestellt und schützt bei leichten Frost.

Die meisten Tomatensamen keimen unproblematisch. Es bietet sich an, ein Zimmergewächshaus mit Torfquelltabs zu verwenden. Wer es günstig haben möchte, kann auch Eierkartons mit Anzuchterde nehmen. Anzucht-Sets für den Tomatenanbau enthalten alles Notwendige und Sie können gleich loslegen:

  • ältere Samen können in einem lauwarmen Wasserbad eingeweicht werden
  • Tomatensamen in dem Anzuchtsubstrat in ein 1,5 cm tiefes Loch legen.
  • Den Tomatensamen mit Erde abdecken
  • Immer die Anzuchterde feucht halten, nicht nass
  • Das Gefäß an einem sonnigen Platz stellen
  • Eine Keimtemperatur um 24° C ist ideal
  • Nach 8 – 14 Tagen fangen die Samen an zu keimen

Für die Anzucht nehmen Sie Quelltabs aus Torf oder Kokos oder eine Anzuchterde. In dem Anzuchtsubstrat sollten wenige Nährsalze enthalten sein, um den Keimprozess nicht stören.
Nachdem die Jungpflanzen gekeimt sind, fangen Sie an die Jungpflanzen zu pikieren. Beim Pikieren vereinzeln Sie die Keimlinge, indem Sie diese vorsichtig aus dem Boden ziehen.
Wir setzen die Sämlinge in einem 16 cm Blumentopf mit Tomatenerde. Nehmen Sie sich einen Pikierstab zur Hilfe, damit Sie die Pflanzen schonend umpflanzen.

Tomatenanbau

Standort für Tomatenpflanzen

Die Wurzeln der Tomatenpflanze mögen keine Staunässe. Haben Sie einen hohen Grundwasserspiegel oder einen schweren, lehmigen Boden im Garten legen Sie sich ein Hochbeet an. Die Paradiesäpfel, wie die Tomaten auch genannt werden, entfalten ihren vollen Geschmack, wenn sie mindestens acht Stunden am Tag Sonne bekommen. Kosten Sie eine rote Tomate, wissen Sie endlich was echte sonnen gereifte Tomaten sind. Die Pflanzen sollten untereinander einen Abstand von 0,5 bis 1 Meter haben. Buschtomaten auf dem Balkon gerne auch weniger.

Bild unreife Tomaten

Eine Fruchtfolge sollte eingehalten werden. Die Beete werden idealerweise nur alle drei Jahre mit Tomaten bepflanzt. Tomaten mögen die Nachbarschaft mit Petersilie, Schnittlauch und Basilikum. Vermeiden Sie die Nähe unter anderem zu Fenchel, Rettich, Kohlsorten und Bohnen. Allgemein kann man sagen, dass Tomatenpflanzen keine Doldenblütler mögen. Am gewünschten Standort der Pflanzen lockern Sie den Boden auf und graben gegebenenfalls einen humosen Boden unter.

Tomatenerde

Die Pflanzen entwickeln sich am besten in einer Tomatenerde die leicht sauer bis neutral ist. Ein pH-Wert zwischen 5,6 und 6,9 hat sich bei der Tomatenerde für ein gesundes Wachstum bewährt. Mischen Sie der Erde reichlich organischer Dünger wie Kompost oder Mist bei. Die Tomatenpflanzen werden es Ihnen mit vielen aromatischen Früchten danken. Im Handel bekommen Sie spezielle Tomatenerde die wir auch gerne verwenden.

Tipp: Zum Herbst bekommen Sie Gartenerden oft stark reduziert, es lohnt dann für die nächste Saison vorzusorgen. Damit die Erde der Tomatenpflanzen nicht austrocknet, wird sie einfach mit Rindenmulch abgedeckt. Einige Hobbygärtner verwenden dafür Stroh, vielleicht auch um den Boden vor den kälteren Temperaturen beim nahenden Herbst zu schützen. Für die Solanum lycopersicum, der botanische Begriff der Tomaten, sollte eine Fruchtfolge eingehalten werden. Es empfiehlt sich die Pflanzen erst nach drei Jahren wieder an der gleichen Stelle wachsen zu lassen. Das schützt die Pflanze auch vor Krankheiten und Insektenbefall.

Tomatenpflanzen Düngen

Zwischen den Fruchtfolgen, also wenn in dem Beet gerade keine Tomaten angebaut werden, ist Gelbsenf ein guter Gründünger. Der Boden wird durch seine tiefen Wurzeln aufgelockert. Gelbsenf bindet Stickstoff und Nematoden werden vertrieben. Weißklee, der zwischen den Tomatenpflanzen wächst, bildet Stickstoff, beschattet den Boden und dient nebenbei noch als Nahrungsquelle für Bienen.

Tomaten lieben organischem Dünger wie Mist, Kompost oder Gülle. Während im Garten das Umgraben des Bodens mit Mist kein Problem sein sollte, wird es beim Tomatenanbau im Haus zu einer Geruchsbelästigung. Hier können Sie Langzeitdünger und Düngestäbchen verwenden.

Einen flüssigen mineralischen Tomatendünger ist einfach in der Anwendung für innen und außen. Als NPK Dünger bietet sich 5-5-5 an. Mit etwas mehr Kalium für ein gesundes Pflanzenwachstum NPK 6-5-9. Wie oft Sie die Tomaten mit der richtigen Menge düngen, entnehmen Sie am besten der Anleitung auf der Düngerpackung. Bei Langzeitdünger ist es normalerweise nur einmalig nötig. Zuerst wird Stickstoff freigesetzt, später während der Fruchtbildung Phosphat.

Sind Sie sich unsicher, dann bitte nicht öfter als alle 6 Wochen und nicht zu viel düngen. Bei falscher Düngung wachsen die Pflanzen, wie bei zu wenig Licht, zu schnell und dürr. Bei den vielen Düngerarten kann schlecht eine pauschale Antwort gegeben werden, daher der Anleitung auf dem Tomatendünger folgen.

Tomatenpflanzen Pflegen

Die wichtigste Aufgabe bei der Pflege der Tomatengewächse ist das richtige Gießen. Um Krankheiten zu vermeiden, sollte es aber unbedingt vermieden werden, das die Pflanze selbst nass wird. Eine kleine Mulde neben der Pflanze hilft Ihnen die Wurzeln zu bewässern, ohne das die Blätter beregnet werden. Mit gleichmäßigen Wassermengen entwickelt sich das Gemüse, welches eigentlich eine Beere ist, am besten. Wie bei den meisten Pflanzen ist Regenwasser die beste Wahl zum Wässern.

Bei Fleischtomaten, Cocktail und anderen Tomatensorten die hoch wachsen und viele schwere Rispen mit Tomaten bilden brauchen Sie eine Rankhilfe. Tomatenstäbe, Pflanzspirale oder ein Spalier stützen die Tomatenpflanzen. Mit Bindedraht oder Schnüren wird die Pflanze an der Rankhilfe befestigt.

Um Tomatenkrankheiten vorzubeugen entfernen Sie geplatzte Tomaten und braune Zweige. Diese sollten Sie in den Hausmüll entsorgen und nicht Kompostieren. Geplatzte Tomaten entstehen bei unsteter Bewässerung bei starker Sonneneinstrahlung. Um Braunfäule, Mehltau und andere Pilzerkrankungen zu vermeiden, ist ein vor Regen schützende Plane oder Abdeckung hilfreich.

Das Pflanzenstärkungsmittel Lebermoosextrakt wird von einigen erfahrenen Tomatenzüchtern empfohlen, um dem Befall von Krankheiten und Pilzinfektionen bei Obst, Gemüse und Ziergehölze vorzubeugen.

Das Ausgeizen der Tomatenpflanze macht Sinn bei allen Sorten außer der Buschtomate. In der Gabelung vom Stamm und den Zweigen bildet sich aus einen kleinen Knoten ein neuer Trieb. Bei Fleisch und vor allem bei Stabtomaten sollten Sie darauf achten. Die ausgebrochenen Pflanzenteile sollten Sie nicht wegwerfen. Einmal kurz in einem Algenpulver, welches als Wurzelaktivator dientWurzelaktivator dient dippen und in eine Feuchte Anzuchterde stecken. Damit züchten Sie gleich die nächste Generation, die vielleicht auch noch im selben Jahr Tomaten trägt. Sonst versuchen Sie die Tomatenpflanzen im Haus überwintern zu lassen.

Tomaten überwintern

In Deutschland ist ab Mitte Oktober mit Frost zu rechnen, was der Tomatenfrucht und den Pflanzen gar nicht bekommt. In ihrer Heimat Südamerika wachsen die Tomaten mehrjährig, weil es in den früheren Aztekenreich selten Frost gab. Möchten Sie auch im nächsten Jahr von den gleichen Tomatenpflanzen ernten, so müssen Sie diese in ein beheiztes Gewächshaus umpflanzen oder Indoor überwintern lassen. Im Gewächshaus ist eine Temperatur empfehlenswert von um die 22 °C.

Auf der Fensterbank können Sie zumindest Buschtomaten einfach überwintern lassen. Bevor Sie die Pflanzen ins Haus holen, empfehlen wir eine Neembehandlung um Schädlinge zu bekämpfen. Über die Anschaffung von Pflanzenlampen sollten Sie nachdenken, weil im Winter die Sonne nicht lange genug scheint.

Tomatensorten

Freuen Sie sich auf eine bunte Vielfalt an verschiedenen Tomatensorten und Tomatensamen. Normalfrüchtig, Fleischtomate, Sherry-Tomate, Cocktailtomaten, Romantomaten, Balkontomaten und Wildtomaten. Kleine Tomaten als Snack und riesige Tomaten zum Braten. Grüne, gelbe, rote und schwarze und marmorierte Goldäpfel. Alte Sorten und neue Züchtungen. Hybridentomaten(F1) die wegen Resistenz gekreuzt wurden. Die Auswahl ist atemberaubend.

Als Auswahlkriterien für die Sorten ist die Anbaufläche, der Pflegeaufwand, unter Glas oder im Freiland und Ihr Geschmack zur Verfügung. Da die Samen wirklich nicht viel kosten und auch ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum haben, spricht nichts dagegen zwei bis fünf Sorten zu testen. In jedem folgenden Jahr lassen Sie eine Tomatensorte wegfallen und nehmen dafür ein bis zwei Sorten dazu.

Aus Tomaten lassen sich leckere Dipps, Ketchup, Salate, Soßen für Pizza und Pasta und für unzählige andere Gerichte verwenden. Der rote Inhaltsstoffe, das Lycopin, soll auch vor Herz und Kreislauferkrankungen schützen. Das Fruchtfleisch und Tomatensaft ist Kalorienarm und lecker. Die von Ihnen selbst angebauten Tomaten werde vermutlich die Schmackhaftesten sein, die Sie je gegessen haben.

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