Hochbeete

Ein Hochbeet anlegen ist nicht kompliziert und ermöglicht Gartenbau auf hohem Niveau. Hochbeete sind nicht nur ein Blickfang, sondern ermöglichen auch frühe Ernten und hohe Erträgen. Kräuter, Gemüse und Zierpflanzen profitieren von einem tiefgründigen und nährstoffreichen Boden.

Durch einen durchdachten Schichtaufbau ist die Temperatur etwas höher als im Flachbeet. Auch das trägt zum schnelleren Pflanzenwachstum bei. Die Flächen werden optimal genutzt und Sie haben keine Probleme bei lehmigen, steinigen oder alkalischen Gartenböden.

Bevor Unkraut und Schädlingen in Ihren Beeten einfallen, müssen zusätzliche Hürden genommen werden. Sollte ein Befall doch geschehen, werden Sie solche Probleme schnell erkennen. Bei der Hochbeetbepflanzung und Pflege brauchen Sie sich weniger beugen, das schont Ihren Rücken.

Pflanzen fühlen sich in Hochbeeten unter anderem wegen der lockeren und durchlässigen Erde wohl. Da niemand über das Pflanzbeet läuft, wird die Erde auch nicht verdichtet. In einem richtig angelegten Hochbeet kommt es zu keiner Staunässe und die Wurzeln werden gut belüftet. Diesen Vorteil nutzen schon die Inkas schon im Mittelalter. Auf riesigen, regelmäßig überfluteten Ackerfläche wurden ernte-reiche Hügelbeete und Hochbeete angelegt.

Gegenüber den normalen Flachbeeten kann man mit bis zu fünfmal höher Erntemengen rechnen. Von außen wird der Boden durch die Sonneneinstrahlung aufgewärmt. Im Innern des Hochbeetes steigt die Temperatur durch die Verrottungswärme vom Kompost, Mist, Gartenabfälle und Häckselgut. Das ermöglicht auch eine Ernte bis in den späten Herbst hinein. Durch den klugen Schichtaufbau des Beetes ist eine gezielte Bodenverbesserung möglich.

Je nachdem, in welcher Höhe die Hochbeeteinfassung angelegt ist, kann man sich beim Gärtnern gemütlich setzen.

Hochbeetbepflanzung

Zum Einpflanzen sind sämtliche Nutzpflanzen und Zierpflanzen geeignet. Im Hochbeet werden von Hobbygärtner unter anderem Erdbeeren, Chilipflanzen, und Tomaten wegen idealen Wachstumsbedingungen und Ertrag angebaut. Eine Bepflanzung mit Ziergräser und Rosengewächse in einem Steinhochbeet sieht toll aus. Gerade Rosen wachsen darin prächtig.

Pflege der Pflanzen

Im Garten werden mehre Hochbeete durch Wege getrennt. So kann vom Weg aus gearbeitet werden und es kann trotzdem jede Pflanze erreicht werden. Gerade wenn man Probleme mit Wühlmäusen und Schnecken hat, ist ein höher gelegenes Beet von Vorteil. Durch ein feinmaschiges Drahtgitter im Boden des Hochbeetes werde unliebsame Wühler ferngehalten. Durch außen angebrachte Kupferstreifen oder Schneckenzäune halten Sie die gefräßigen Weichtiere von einem Besuch in Ihrem Gemüse ab.

Das Beet müssen Sie etwas häufiger Bewässern, da die Erde durch Wind und Wärme schneller austrocknet. Rindenmulch als Abdeckung hält die Feuchtigkeit länger im Boden. In den ersten drei Jahren brauchen Sie nicht zu Düngen. Im Kompost und Grasschnitt der Befüllung sind genug Düngemittel und Nährstoffe enthalten. Als Bodenverbesserer und zur Bekämpfung von Ungeziefer fügen wir der Humusschicht etwas Neempresskuchen oder Steinmehl hinzu.

Hochbeete

Hochbeete können Sie selber bauen oder als Bausatz für den Balkon, Garten und Indoor kaufen. In einem schmalen Hochbeetkasten wird Pflanzensubstrat gefüllt. Die schmale Form ermöglicht es die Pflanzen einfach zu erreichen. Der Kasten kann aus Holz, Edelstahl, Kunststoff oder Stein sein.

Material für die Hochbeeteinfassung

Hochbeete aus Edelstahl sehen auf dem Balkon und im Garten schlicht und edel aus. Sie sind überraschenderweise gar nicht so teuer, wie zuerst vermutet wird.

Modern und extravagant in einem Industrie-Rostlook sieht Cortenstahl aus. Sowohl Corten- als auch Edelstahl sind Blickfänge auf jeder Terrasse. Zu den Kräutern und Gemüsepflanzen steht die Architektur der Metallbeete im starken Kontrast.

Aus Kunststoff gibt es Kombinationen aus Kompostierer und Hochbeete, die mit Erweiterungsrahmen aufgebaut werden können. Sieht vielleicht nicht immer so schick aus, ist aber ein einfaches und leichtes Stecksystem. Kunststoff Hochbeete haben den Vorteil, das sie günstig sind. Der Auf- und Abbau geht schnell. Wegen der hohen Witterungsbeständigkeit eignen sie sich auch für Moorbeete.

Ein Hochbeet aus Ziegel- oder Mauersteine ist einfach zu bauen und sehr haltbar. Gartensteine für Beete sind so geformt, das Sie keinen Mörtel oder ähnliches Verwenden müssen. Wegen des relativ hohen Gewichtes sollten Sie auf ein festes Fundament achten. Dies können Sie zum Beispiel mit einer Kiesschicht erreichen. Verdichten Sie den Kies gut, bevor Sie darauf bauen.

Hochbeet aus Holz sind am einfachsten selber zu bauen. Holz ein einfach zu bearbeitendes Baumaterial. Douglasie, Zeder, Akazie und Lärchenholz sind widerstandsfähige Holzarten, die sich für den Bau von Hochbeeten gut eignen. Bei Holzlieferanten und Beschlägeherstellern und finden Sie gute Bauanleitungen. Neben den üblichen Werkzeugen, sollte eine Säge und Akkuschrauber ausreichen, um Ihr eigenes Hochbeet selbst zu bauen.

Die Beeteinfassung kann auch aus Ziegelsteinen gemauert werden oder mit Gabionen angelegt werden. Stein und Holz-Hochbeete kleiden Sie von innen mit einer festen Teichfolie aus. Noch besser sind schwarze Noppenfolien. Die Noppen erschweren ein Absacken der Füllung. Nach dem Aufbau sind Spenglerschrauben zum Anschrauben bzw. Andübeln für die Hochbeeterde perfekt. Die Edelstahlschrauben haben eine Unterlegscheibe und Gummischeibe vormontiert.

Mit dem Anlegen eines Hochbeetes können Sie zu jeder Jahreszeit anfangen. Ideal ist aber der Herbst. Die unterste Schicht der Füllung Ihres Gartenhochbeetes sollten Zweige und Häckselgut sein. Darüber streuen Sie Blätter. Beides fällt meistens im Herbst an. Nehmen Sie übrigens keine Walnussblätter zum Befüllen. Diese enthalten sehr viele Gerbstoffe und wirken sich negativ auf das Pflanzenwachstum aus.

Hochbeet Größe

Legen Sie das Hochbeet so an, das Sie von den beiden Seiten die Pflanzen einfach erreichen können. Das erleichtert die Gartenarbeit. Üblich sind Einfassungen von 1 bis 1,5 Meter. Dabei kann das Beet beliebig lang sein. Für die meisten Gärtner sind  70 cm eine angenehme Arbeitshöhe. Wenn es geht, sollten Sie ein Hochbeet jedoch etwas höher bauen. So können die Pflanzen tiefer Wurzeln.

Für Kräuter und Salat reicht eine Höhe von einem halben Meter aus. Versuchen Sie einen guten Kompromiss zu finden, der zwischen einen halben bis einen Meter liegt. Viele der Hochbeete die Sie im Baumarkt kaufen können sind 80 cm hoch.Bild Salat im Hochbeet

Die Ausrichtung ihres Beetes sollte eine Ost-West Ausrichtung haben. Höhere Pflanzen beschatten so nicht mehr Pflanzen als nötig. Die langen Seiten zeigen dann nach Norden und Süden. So kann die lange Südseite viel wärme durch die Sonneneinstrahlung aufnehmen.

Garten-Hochbeet befüllen

Hochbeete im Garten befüllen wird grob gesagt in drei Schichten. Dabei achten wir darauf, dass jede Schicht der Befüllung von unten nach oben feiner wird. Daraus ergeben sich dann streng genommen noch mehr Schichten. So genau wollen wir es aber bei der Anleitung nicht nehmen.

  • Unterste Schicht:
    • Zweige, Äste, Baumschnitt, Holzreste, Häckselgut, Rindenmulch
  • Mittlere Schicht:
    • Rasenschnitt, Laub, Pferdemist, Gartenabfälle und grober Kompost
  • Obere Schicht:
    • Reifer Kompost, Hochbeeterde und Humus

Die unteren Schichten der Befüllung sollten Sie gut Festtreten. Beim Verrotten wird mit der Zeit die Schichtung etwas zusammensacken. Im nächsten Jahr können Sie das mit neuer Gartenerde ausgleichen.

Für die Erstbepflanzung bieten stark zehrende Nutzpflanzen an. Das können Tomatenpflanzen, Kürbis, Gurken und Kohl sein. Bei der folgenden Zweitbepflanzung nehmen wir gerne Chilis und Kräuter. Achten Sie auf eine Kombination von Flach und Tiefwurzler. Ebenfalls gibt es Kombinationen von Pflanzen die sich gegenseitig unterstützen.

Haben Sie sich für ein Gemüse entschieden versuchen Sie diese mit guten Nachbarpflanzen zu kombinieren. Beispielsweise wäre dies Lavendel und Rosen bzw. Tomaten und Basilikum. Im vierten und fünften Jahr bieten sich schwach zehrende Hülsenfrüchte und Zwiebeln an. Nach fünf Jahren sollten Sie langsam daran denken im Herbst das Gemüse abernten und das Hochbeet neu zu befüllen. Mehrjährige Kräuter können Sie in ein anderes Hochbeet umsetzen.

Eine Alternative des Hochbeets sind Kräuterschnecken und Pyramiden. Hier wird jedoch nicht die Wärme des Verrottungsprozess genutzt. Kräuter brauchen in der Regel keine so nährstoffreiche Erde wie die im Hochbeet im ersten Jahr.

Gemüsegarten auf dem Balkon

Auf dem Balkon will man keinen Mist haben. Deswegen ist das Befüllen wie beim Gartenhochbeet mit Stallmist und Grasschnitt nicht so geeignet. Auch muss auf das Gewicht geachtet werden. Auf dem Balkon bieten sich daher Hochbeete mit Beine an. Tischhochbeete haben oft kleine Rollen an einer Seite. Dadurch sind die Pflanztische beweglicher und können leicht in die Sonne geschoben werden.

Besonders chic sehen Tischhochbeete aus Edelstahl und Holz auf dem Balkon. Für die Pflanzenaufzucht gibt es für einige Tische noch Frühbeet-Aufsätze. Solche Aufsätze oder Vlieshauben sind sinnvoll Erweiterungen für die Pflanzenaufzucht. Im Winter kann die Tischhochbeete ins Haus geholt werden.

Beim Pflanzen und Ernten braucht man sich nicht zu beugen. Erhöhte Hochbeete sind ideal für Gärtner und älteren Menschen, die Schwierigkeiten beim Bücken haben und leicht Rückenschmerzen bekommen. Seit einigen Jahren gibt es den Trend des Square Foot Gardening. Dabei werden kleine, viereckige Kisten genauso bepflanzt wie ein Hochbeet. Die Erträge sind enorm. Wir verwenden dafür gerne Holz-Weinkisten bei denen unten eine Schicht Kompost und Kaffeeprütt verwendet wird und darüber Hochbeeterde gestreut wird.

Schön ist auch, dass die Kisten leicht um zu stellen sind. Diese haben wir auf einen Tisch gestellt. Ein kleiner, aber feiner Kräuter und Gemüsegarten auf dem Balkon.

Indoor Hochbeete

Kräuter und Gemüse auch im Winter Indoor anbauen macht Spaß. Es kann zwar nicht als Indoor Hochbeet bezeichnen, aber es gibt geniale Pflanzsysteme für den Innenbereich. Teuer, aber sehr professionell sind Growboxen.

Diese sind eigentlich für spezielle Nachtschattengewächse gedacht. Eignen sich aber auch für den Anbau von Küchenkräuter und Gemüse. Für die Zielgruppe mögen sich durchaus die hohen Kosten lohnen. Für Kräuter gibt es kleine Smart Herb Garden als Innen-Anbau Sets.

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