Säulenobstbäume

Säulenobstbäume sind perfekt für den urbanen Anbau von Obst. Ein schmaler und aufrechter Wuchs nimmt auf Balkon, Terrasse und Garten nur wenig Platz ein. Die platzsparenden Obstbäume ermöglichen es Ihnen auch auf kleinen Flächen frische Früchte selbst zu ernten. Beliebtes Obst von Säulenobstbäumen sind Apfel, Pfirsich, Pflaumen, Birnen und Kirschen. Wegen der schlanken Wuchsform werden sie auch als Ballerina-Obstbäume bezeichnet.

Im Kleingarten sieht Säulenobst an Hauswände und als Obstbaumhecke dekorativ aus. Im noch so kleinen Garten ist für so ein säulenförmiges Bäumchen noch ein Plätzchen frei. Praktisch ist auch, dass die Pflanzen so gut wie keine Pflege brauchen. Die schlanke Form erhalten die Säulenobstbäume oft durch Veredelung. Andere sind darauf gezüchtet. Sie bekommen viele schöne Blüten und tragen reich.

Während heimische Obstbaumsorten bis zu 20 Meter hoch werden, ist die Größe der Bäumchen an dem zur Verfügung stehenden Raum angepasst. Im Kübel auf der Gartenterrasse wächst ein Säulenobstbaum etwa zwei bis drei Meter. Im Obstgarten kann der Stamm eines Säulenapfels, sofern ausreichend Wurzelraum zur Verfügung steht, etwa 8 m hoch wachsen.
Zwergsäulen Aprikosen und Apfelbäume bleiben, wie der Name schon sagt, mit 150 cm besonders kleinwüchsig.

Von einigen Säulenobstbäumen ernten Sie 20 Jahre lang. Dafür sind Preise ab etwa 25 Euro recht günstig. Voraussetzung für eine gute Ernte sind natürlich geeignete Sorten für die verschiedenen Standorte, die richtige Pflege und regelmäßiges Düngen. Säulenobst gibt es für gemäßigte, warme und kalte Regionen. Tipp: Wenn das Gewächs nicht zum Überwintern in die Wohnung geholt werden kann, achten Sie auf winterharte Obstbaumsorten.

Durch das Veredeln einer Unterlage mit verschiedenen Edelreiser können auch mehrere Obstsorten sich an einem Säulenobstbaum heranwachsen. So gibt es interessante Kombinationen von Säulenäpfel. Diese tragen dann drei verschiedene Apfelsorten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkt erntereif sind. Apfelblüten sind selbstbefruchtend und bestäuben sich selbst. Sie brauchen nur einen Säulenapfel um später davon knackiges Obst zu pflücken.

Standort

Bei der Auswahl des Standortes sollten Sie daran denken, dass er sonnig und windgeschützt ist. Der Baumstamm von Säulenobst ist nicht besonders stabil. Starker Wind kann den Baum leicht schädigen. Suchen Sie für Ihr Säulenobst einen möglichst geschützten, warmen Standort aus. Ein Stützpfahl ist für Pflanzen im Freiland sinnvoll. Die meisten Obstsorten mögen Sonne. Einige kommen besser im Halbschatten zurecht. Süßkirsche und Äpfel mögen direkte Sonnenstrahlen, Birnen und Pflaumen haben mit der prallen Mittagssonne manchmal Probleme. Hier sollten Sie sich die Pflegetipps der einzelnen Säulenobstsorten durchlesen.

Im Baumarkt oder Gartencenter finden Sie auf einem Etikett an den Bäumchen Pflegehinweise. Im Onlineshops und Pflanzenversand sind solche Informationen schnell zu finden.


In guten Onlineshops können Sie nach Ihren Kriterien filtern. Damit Sie später keine größeren Ertragsschwankungen haben, beachten Sie auch die empfohlenen Pflanzabstände.
Empfehlenswert ist, den Gemüsegarten vom Obstgarten zu trennen. Erträge sind höher und Sie beugen damit noch Pflanzenkrankheiten vor.

Säulenobst pflegen

Im Herbst und im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt, die schmalen Säulenobstbäume einzupflanzen bzw. umzutopfen. Himbeere, Säulenbirnen und Säulenkirschen kaufen Sie häufig in einem zu kleinen Topf oder Pflanzcontainer. Darin hat das Wurzelwerk wenig Raum.  Ein gesundes und kräftiges Wachstum sorgt frischer Humus. Lockern Sie an dem gewünschten Pflanzort das Erdreich im Garten auf. Mischen Sie gleich Kompost, Mist oder organischen Langzeitdünger dem Gartenboden mit bei.

Die Kübelpflanze einschließlich den Wurzeln vorsichtig aus dem alten Pflanzgefäß ziehen. Wenn Sie an dem Wurzelballen modriges Substrat entdecken, entfernen Sie solche Stellen. Jetzt wird der Ballen in die neue Erde gesetzt. Vergessen Sie nicht die umgetopften Bäume mit reichlich Wasser anzugießen.
Beim Umtopfen in einem größeren Pflanzgefäß gehen sie genauso vor. Auf Balkon und Terrasse empfiehlt sich Kübelpflanzenerde mit Langzeitdünger.

Gute Obstbaumerden

Heimischen Obstsorten können Sie im normalen Garten anpflanzen. Vorzugsweise in einer neutralen bis leicht sauren Gartenerde. Für Kübelpflanzen und zum Verbessern des Erdreiches können Sie nährstoffreiche Hochbeeterde, Torfhumus oder Beerenobsterde untergraben. Diese Erden sind auch perfekt zum Befüllen von Kübeln. Exotische Sorten wie zum Beispiel Säulenkiwi sollte das Substrat etwas mehr sauer vom pH-Wert sein. Für Kiwipflanzen können Sie dem Gartenboden etwas Rhododendronerde beimischen. Für guten Wuchs und reiche, schmackhafte Ernte sorgt bei Säulenbeeren, zum Beispiel bei Stachelbeeren und Himbeeren, die Verwendung von Beerenobsterde.

Als Kübelpflanze

Säulenobst ist darauf gezüchtet, diese in Kübeln zu pflanzen. Der Pflanzkübel sollte so groß wie möglich sein. Pflanzenkübel mit einem Durchmesser von 40 – 50 cm sind
zwar ausreichend, jedoch können Sie sich ein späteres Umtopfen sparen, wenn die Wurzel nach allen Seiten 40 cm Platz hat. Das hängt natürlich von der zur Verfügung stehenden Fläche ab. In der Wohnung werden Sie eher ein kleineres Pflanzgefäß als im Garten nutzen können. Ein Tipp wäre hier einen hohen Topf zu wählen, gerade wenn die Pflanzen eine Pfahlwurzel bilden.

Richtiges Düngen

Für einen gesunden Wuchs und reichlich Obst brauchen die Obstbäumchen von März bis Oktober regelmäßig Dünger. Damit Säulenäpfel und Säulenbirne reichlich Fruchtmasse produzieren kann, müssen im Pflanzsubstrat natürlich die richtigen Nähstoffe bereitstehen. Bereits beim Um- oder Einpflanzen ist eine Gabe von Dünger mit gebundenen organischen Nährstoffe ideal. Dieser kann, je nach Art, ein halbes Jahr für das Pflanzenwachstum bereit stehen. Dazu einfach ein körniges Düngemittel in das Pflanzenloch geben.

Spalier-Säulenbäume können auf Balkons und Terrassen in der Saison alle zwei Wochen mit Flüssigdünger gegossen werden. Viele Dünger haben einen NPK Wert von etwa 10-5-10. Der relativ hohe Anteil an Kalium sorgt dafür, das Wurzelreich, Blätter und Früchte gesund wachsen.

Kalimagnesia ist ein anorganischer Kalium- und Magnesiumdünger der die Zellen stärkt. Er wird gerne als zusätzliches Düngemittel verwendet. Unter anderem wird der Mehrnährstoffdünger Patentkali im ökologischen Weinanbau verwendet. Um die Bodenstruktur dauerhaft zu verbessern wird das Einbringen von Mist und Kompost von erfahrenen Gärtnern empfohlen.

Grundsätzlich sind ausgewogenen Obstdünger empfehlenswert. Beachten Sie die empfohlene Düngermengen. Im Freiland braucht nicht so häufig gedüngt zu werden, als bei dem relativ sterilen Pflanzensubstrat in Kübeln.

Obstbaumschnitt

Der Schnitt von Säulenobstbäumen ist nicht besonders aufwendig oder kompliziert. Allerdings führt das richtige schneiden zu einer vermehrten Blüte und Ernte. Am besten nehmen Sie sich für die Schnittmaßnahmen Ende Juni bis August etwas Zeit. Sie brauchen nur die zu langen Seitentriebe und das tote Holz raus zu schneiden. Für den Schnitt nehmen Sie eine gute und scharfe Gartenschere.

Wenn Sie die Äste bis auf drei Augen kürzen, entwickelt sich beim Säulenapfel noch im selben Jahr frisches Fruchtholz. Gleiches gilt auch für Säulenbirne, Pflaume und Aprikose. Säulenbeeren erhalten nach der Ernte im August, einen kräftigeren Rückschnitt. Bei exotischen Obstbäumen werden die Seitentriebe meistens nur mäßig zurück geschnitten. Gerade soviel das die Wuchsform beibehalten wird.

Ein paar Tipps zum Obstbaumschnitt:

  • Entfernen Sie senkrecht wachsende Wassertriebe.
  • Beim Fruchtholz achten Sie darauf das der Ast waagerecht nach außen wächst.
  • Zweige die zu lang und sind um Früchte zu tragen, sollten Sie abschneiden.
  • Äste welche zu viel Licht wegnehmen, können Sie zurück schneiden.
  • Baumwunden die größer als ein Centstück sind, werden mit Wundbalsam versiegelt.

Gießen

Nachdem Sie Pflanzen gekauft haben, sollten Sie diese zügig einpflanzen oder etwas wässern. Im Garten eingepflanzt, versorgt sich das Bäumchen schon bald durch seine Wurzeln mit Feuchtigkeit. Spätestes ab den zweiten Jahr im Säulenobstgarten ist die Wurzel tief genug. Dann brauchen Sie nur bei langen Trockenperioden gießen. Gartenpflanzen bewässern Sie bestenfalls am morgen. Es hat sich bewährt eine Baumscheibe um das Obst anzulegen. Auf der freien, kreisförmigen Fläche um den Baum versickert das Gießwasser zügiger.

Säulenobst in Kübeln müssen Sie regelmäßig mit Wasser versorgen. Je nach Größe der Bäume, Kübelgröße, Klima und Obstbaumsorte zwei bis viermal die Woche. Im Winter weniger als im Sommer. Sowohl Staunässe als auch völliges Austrocknen unbedingt vermeiden. Verwenden Sie, wenn möglich Regenwasser oder kalkarmes Wasser zum Bewässern.

Obstbaumblüte

Obstgehölze werden in erster Linie wegen ihrer Frucht angebaut. Außerdem sieht der blühende Obstgarten im Frühjahr fantastisch aus. Die vielen Kirschblüten an einem Zweig verkünden den Beginn einer wundervollen Jahreszeit. Apfelblüten sind meistens weiß mit einem leichten lila bis rosafarbenen Schimmer. Blüten von Birnenbäume sind dafür größer, aber schlichter als die von Äpfeln.

Etwa eine Woche dauert die Blütezeit von den meisten Obstgehölzen. In dieser Zeit muss die Blüte bestäubt werden, damit es zur Fruchtbildung kommt. Bienen oder Wind erledigen das normalerweise.

Im Haus können Sie das Befruchten mit einem weichen Pinsel unterstützen oder Sie schütteln die Äste öfters leicht. Um Blüten draußen vor Frost zu schützen, wird Säulenobst in Baumschulen mit Wasser benebelt. Dadurch bildet sich eine Eisschicht um die Blütenknospen, die vor weiteren Erfrierungen schützt.

Überwinterung

Beim Überwintern von Säulenobst gibt es einige Gefahren die den Baum schädigen können: Austrocknen, Einfrieren und Frostrisse. Bei Kübelpflanzen ist die Gefahr des austrocknen und Einfrieren des Wurzelwerks hoch. Das lässt sich aber mit wenig Aufwand vermeiden. Wenn möglich sollten Sie einen wärmeren und geschützen Stelle im Garten wählen, zum Beispiel an der Südwand des Hauses. Die Kübel stellen Sie auf Holz oder Styropor um gegen Kälte vom Boden zu isolieren.

Zusätzlich den Topf mit Luftpolsterfolie, Gartenvlies oder Kokosmatten umwickeln. Topferde von oben mit Rindenmulch oder Stroh abdecken. Die Schicht muss Feuchtigkeit durchlassen, um ein Vertrocknen der Pflanze zu verhindern. Bei den Obstbäumchen im Garten decken Sie die Baumscheiben, das heißt die Erde um den Baum, mit Reisig, Laub, Stroh oder Rindenmulch ab.

Eine größere Gefahr ist das sich im Winter Frostrisse bilden. Das geschieht, wenn auf dem eingefrorenen Gehölz die Sonne scheint und sich das Eis ausdehnt. Verhindern können Sie den Frostschaden damit, dass Sie den Stamm mit Jutestreifen umwickeln.

Wem es nicht stört, kann auch einen Weißanstrich im Herbst vornehmen. Im Handel finden Sie Weißanstrich gegen Frostschäden, die auch die Rinde pflegen und zusätzlich vor Nagern und Wildtiere schützt. Die weiße Farbe reflektiert Sonnenstrahlen, während das Juteband das Licht absorbiert. Beides schützt vor Frostrissen an Obstbäumen.


Falls Sie eine Möglichkeit haben die Säulenbäume in einem frostgeschützen Räumlichkeit im Winter unterzubringen, schont es ihre Pflanze vor möglichen Schäden. Eine Garage, Karport, Wintergarten oder Gewächshaus wären ein gut geeignete Orte als Winterquartier.

Säulenbäume sind ertragreich, platzsparend, dekorativ und einfach zu pflegen. Viel Freude werden Sie an robuste und resistent Sorten haben. Gegenüber Krankheiten wie Mehltau, Schorf und Krebs sind diese nicht so anfällig. In einer Obsthecke breiten sich Krankheiten über Schädlinge schneller aus.

Die Bäumchen kosten nicht viel und lassen sich Indoor und draußen anpflanzen. Es gibt für jeden Geschmack eine Obstsorte. Ballerina-Zwergobst wird schon seit über 100 Jahren gezüchtet. Vorreiter für den filigranen Gartenbau sind Engländer und Franzosen in Ihren königlichen Gärten.

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