Kaffeepflanzen

Kaffeepflanzen aus Samen selbst ziehen ist nicht schwer und bereitet viel Genuss. Erfreulicherweise ist Kaffee auch eine schöne Pflanze, die nicht übermäßig viel Pflege bedarf. Besonders während der Kaffeestrauch blüht und sich langsam die Kaffeekirschen bilden, ist er besonders dekorativ.

Die Samen der immergrünen Coffea-Pflanze können Sie das ganze Jahr über zum Keimen bringen. Vorgezogene Coffea arabica Pflanzen sind in Baumärkten oder im Versandhandel schon für weniger als 15 Euro erhältlich.

Je nach Sorte erreichen die Kaffeesträucher in der Wohnung eine Wuchshöhe von 1,5 m (Coffea arabica), Kaffeebäume wie der Robusta Coffea canephora können leicht 2 Meter hoch werden. In ihrer natürlichen Heimat in Afrika, Südamerika und Asien und auf Kaffeeplantagen werden diese Kaffeepflanzen bis zu viermal größer. Einer der wenigen Kaffeebäume die im Flachland wachsen, der Coffea liberica, kommt sogar auf eine stattliche Größe von 20 m.

Empfehlenswert als Zimmerpflanzen ist der Arabica Kaffee.

Samen für Kaffeepflanzen

Mit ein bisschen Glück können Sie vielleicht eine reife, dunkelrote Kaffeekirsche ergattern. Es macht zwar etwas mehr Mühe die darin enthaltene Bohnen, als Samen zu verwenden, Sie werden aber dadurch mit einer schnelleren Keimung belohnt. Vielleicht hat jemand aus Ihren Bekanntenkreis eine Kaffeepflanze, die schon dunkelrote Kaffeekirschen trägt und kann Ihnen welche davon abgeben.

Von dem Kaffeesamen müssen Sie zunächst die Schale mit dem Fruchtfleisch entfernen. Die beiden so gewonnen Samen müssen Sie jetzt einige Tage an einem dunklen Ort trocknen lassen. Die Schale und das Fruchtfleisch können Sie später für einen Kaffeekirschentee verwenden. Nahe des Äquators genießen die einheimischen Kaffeepflanzer auch diesen koffeinhaltigen Tee. Während des trocknen reiben Sie einige mal die Kaffeebohnen in den Handflächen, um auch das restliche Fruchtfleisch zu entfernen.

Der Kaffeesamen sollte etwas antrocknen und dabei circa 20 % ihres Gewichts verlieren. Wenn Sie eine feine Briefwaage haben, können Sie den Trocknungsprozess damit gut überprüfen.

Der Aufwand frische Kaffeebohnen zu kaufen oder selbst aus Kaffeekirschen zu entnehmen, wird mit einer schnelleren Keimung und höheren Keimquoten belohnt. Grüne Kaffeebohnen erhalten Sie im Onlinehandel oder Sie fragen bei einer Kaffeerösterei nach Rohkaffee. Wenn Sie sich die grünlichen Samen heraussuchen können, nehmen Sie die mit der Silberhaut. Diese Kaffeebohnen keimen oft leichter als die ohne der Pergament-Hülle.

Einige Saatguthändler haben auch verschiedenen Kaffeesamen, neben anderen exotischen Pflanzensamen, im Angebot. Für die meisten dürfte das der einfachste Weg sein, sich gutes Kaffeepflanzen-Saatgut zu beschaffen. Wichtig ist, das die ungerösteten Kaffeebohnen nicht älter als vier Monate alt sind. Die Keimrate ist bei alten Kaffeesamen geringer und es kann bis zu einem halben Jahr dauern bis diese endlich anfangen zu keimen. Frische Samen brauchen dagegen manchmal nur acht Wochen bis sich die junge Pflänzchen zu zeigen.
Bild Kaffee-Pflanze mit Beeren

Kaffeesamen quellen lassen

Bevor Sie die Kaffeebohnen in ein Pflanzgefäß geben, lassen Sie die Samen einen Tag im Wasser quellen. Bei Chilisamen hat sich dabei verdünnter Kamillentee bewährt. Der Tee hat eine antiseptische Wirkung und die Mikroorganismen auf dem Samenhüllen werden in ihrem Wachstum behindert. Das kann uns später sehr nützlich sein. Die Samen liegen mehrere Wochen bei hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme in einem Minigewächshaus oder Anzuchtkasten.

Anzuchtsubstrat

Als Anzuchtsubstrat ist Sand oder noch besser Vermiculite, geeignet. Nach dem die Samen über Nacht gequollen sind, legen Sie diese auf den Sand oder dem Vermiculite und drücken sie die Bohne leicht an. Denken Sie daran das Kaffee ein Lichtkeimer ist. Der Kaffeesamen muss einen guten Kontakt zwischen dem feuchten Substrat haben, damit der Sämling auch später nicht austrocknen kann. Wenn Sie Kaffeepflanzen-Bohnen keimen lassen wolle, hat Vermiculite viele Vorteile. Es ist hygienisch, es speichert viel Wasser und es bleibt locker und zersetzt sich nicht. Denken Sie daran das es bis zu einem halben Jahr dauert bis die Kaffee Sämlinge angehen.

Keimtemperatur

Ideal ist eine Keimtemperatur zwischen 26 und 29 Grad Celsius. Bei einem beheizbaren Mini-Gewächshaus stellen Sie die Temperatur auf 28 °C ein. Täglich sollten Sie die Feuchtigkeit des Anzuchtsubstrat prüfen und das Treibhaus ablüften lassen, damit sich erst gar kein Schimmel bilden kann.

Wenn sich doch Schimmel bilden sollte, können Sie mit Teebaumöl oder Knoblauchwasser dem entgegen wirken. Vorbeugend sollten Sie beim Säubern und Säen möglichst keimfrei mit sterile Einweghandschuhe arbeiten.

Die Kaffeepflanzen fangen an zu keimen

Eines Tages schauen Sie nach den Kaffeesamen und werden sich freuen, das diese angefangen haben zu keimen. Nach ein paar Tagen ist es dann soweit, dass Sie den Keimling umtopfen und pikieren können. Durch das leichte und lockere Vermiculite werden beim Herausnehmen der Stecklinge nicht die feinen Wurzeln beschädigt.

Füllen Sie in einem Blumentopf ein lockeres und leicht saures Pflanzensubstrat. Dazu können Sie Anzuchterde mit Perlit und Torf mischen. Kaffeesatz ist auch vom pH Wert sauer, wegen der Gefahr des Schimmels sollten Sie davon aber nur wenig der Kaffee-Erde zugeben. In dem neuen Pflanzensubstrat drücken Sie bis zum mit Ihrer Fingerkuppe ein kleines Loch. Etwas mehr als einen Zentimeter tief. Darin legen Sie den Keimling und bedecken ihn vorsichtig mit Erde.

Denken Sie daran, das Sie die Kaffeepflanze gleich angießen und verwenden Sie warmes Wasser was möglichst kalkarm und eher sauer sein sollte. Die Kaffeepflanze geht sowohl bei zu viel Wasser als auch bei zu wenig Wasser ein. Die oberste Erdschicht sollte bereits angetrocknet sein, bevor Sie die Pflanze w

ässern. Infos zum richtigen Gießen von Pflanzen. Kaffee mag kein Wasser von oben, gießen Sie die Pflanze lieber von unten in den Untersetzer. Vermeiden Sie kaltes Gießwasser.

Düngen von Kaffeepflanzen

Zum Düngen können Sie Orchideendünger verwenden oder Neempresskuchen der Blumenerde untermischen. Neempresskuchen ist ein guter Langzeitdünger und beugt einem Insektenbefall vor. Mit dem Düngen fangen Sie erst an, wenn sich die ersten echten Blätter nach den Keimblättern gebildet haben.

Sehr interessant ist, das die Kaffeebäume in Symbiose leben mit Mykorrhiza-Pilzen. Diese arbuskuläre Mykorrhiza scheinen die Kaffee-Pflanzen an den Wurzeln selbst zu bilden, die bei der Nährstoffaufnahme helfen sollen.

Die Sonne und das richtige Licht

Die Pflanzen der Gattung Coffea robusta, arabica und stenophylla wachsen alle auf Bergen in höheren Lagen. Die Kaffeesorte Robusta bei etwa 600 m Höhe und Arabica Kaffee sogar bei weit mehr als 1000 m über den Meeresspiegel.

In diesen Höhen herrschen etwas andere Lichtverhältnisse als in unseren Breiten. Die pralle Sonne am Nachmittag mögen die drei Kaffeesorten nicht. In der Natur sind die Pflanzen auch durch größere Bäume und deren Blätterkronen beschattet.

Um diese Lichtverhältnisse gut nachzuahmen, stellen Sie die Zimmerpflanzen an einem Fenster, welches nach Osten ausgerichtet ist. An Südfenster sollten Sie die Pflanze auf beschädigte Blätter hin untersuchen. Vor den Strahlen der Mittagssonne sollten die Pflanzen draußen geschützt werden, wobei sie sich in der Wärme sehr wohl fühlen.

Sollten Sie eine Pflanzenleuchte anschaffen, achten Sie darauf das der Blauanteil beim Pflanzenlicht überwiegt. Das besondere Klima in den höheren Lagen hat übrigens auch Auswirkungen auf den Kaffeegeschmack.

Interessant wird es ob Ihnen der selbst angebaute Kaffee besser schmeckt als der aus den klassischen Anbaugebieten.

Die erste Blüte und eigene Ernte von Kaffeekirschen

Nach drei Jahren können Sie mit der ersten Blüte der Kaffeepflanze rechnen. Bei guter Pflege und optimalen Bedingungen vielleicht auch schon ein Jahr früher. Sie sind in der Lage durch Ihr Gießverhalten die Blütenbildung auslösen. Während dem Überwintern nehmen sie die Wassermenge auf ein Minimum zurück. Das entspricht nur noch 2/3 vom üblichen Wasserbedarf. Wenn es im Frühling heller wird, gießen Sie die Pflanze einmal kräftig und danach normal weiter.

Der plötzliche Wasserüberschuss löst dann meistens die Blütenbildung aus. Beim Bestäuben der Blüten helfen leichte Erschütterungen und der Wind. Indoor können Sie mit einem feinen Echthaar- oder Rotmarder-Pinsel nachhelfen, damit sich auch bestimmt die Beeren bilden.

Nach dem Bestäuben benötigen die Kaffeekirschen ungefähr ein halbes Jahr, um sich zu entwickeln. Sie wachsen sehr langsam. Erst nach 5 Monaten wechseln sie die Farben von einem rosa zu einem rot und später auch lila. Sind die Beeren dunkelrot, ist der ideale Zeitpunkt zur Ernte gekommen. Während dieser Zeit braucht die Kaffeepflanze besonders viel Feuchtigkeit.

Den selbst gezogenen Kaffee können Sie jetzt selber Ernten, fermentieren, rösten und genießen oder Sie verschenken die Kaffeekirschen an jemanden, der auch Kaffee anbauen möchte.

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