Zucchini-Pflanzen

Zucchini legen ein rasantes Wachstum hin. Schon zwei Monate nach der Aussaat können Sie den Sommerkürbis in Rekordmengen ernten. Zucchinipflanzen sind dabei auch noch pflegeleicht. Neben den gesunden Früchten sind auch Zucchiniblüten essbar und gelten als Delikatesse.

Interessant sind auch die vielen Zucchinisorten, die Sie selbst anbauen können. Klassisch sind längliche, Gurken ähnlichen, grüne Zucchini. Daneben gibt es noch gelbe, weiße und gestreifte Früchte. Runde Zucchini eignen sich gut zum Befüllen mit Hackfleisch.

Weniger bekannt sind weiße, flache Zucchinis, die schnell mit anderen Kürbissen verwechselt werden. Beim Zucchini Anbau brauchen Sie nur ein paar Tipps kennen, damit Sie schon bald eine ertragreiche Ernte einfahren.

Herkunft der Zucchini

Zucchini wurde in Italien im 16. Jahrhundert aus Gartenkürbisse gezüchtet. Die Kürbisse kamen gerade erst aus der neuen Welt und wurden über Spanien nach Italien verbreitet. Italienische Bauern züchteten aus dem Zucco (Kürbis) den Zucchino. Viele Zucchino’s sind dann Zucchini, woher schließlich der Name für das Gemüse stammt.

Durch italienische Emigranten fanden Zucchini’s während des Wirtschaftswunders ihren Weg in unseren heimischen Gemüsegarten. Die Herkunft der Gartenkürbis ist vermutlich Mexiko, wo er ursprünglich vor circa 10.000 Jahren domestiziert wurden. Um das Jahr 1.000 n. Chr. fingen nordamerikanische Indianerstämme (z. B. Sioux, Cherokee und Irokesen) den Kürbis an zu kultivieren.

Es gibt Hinweise, dass Zucchiniblüten bei den Andenvölkern als heilig galten. Nachdem Columbus Amerika entdeckt hatte, fanden Kürbisgewächse weltweite Verbreitung.

Zucchinis ist eine Variante von Gartenkürbisse

Kürbisse (Cucurbita) können in zwei großen Gruppen eingeteilt werden. Den Sommerkürbissen (C. pepo) und Winterkürbissen (C. maxima, C. moscata). Sommerkürbisse, zu denen Zucchini gehören, werden unreif geerntet und mit Samen und Schale verwertet. Winterkürbisse werden erst nach der Reife geerntet.

Hier wird meistens nur das Fruchtfleisch ohne Schale in der Küche verarbeitet. Ausnahme ist der Butternusskürbis; durch seine dünne Schale braucht er nicht unbedingt geschält zu werden. Während Sommerkürbisse schon nach 50 Tagen geerntet werden, müssen Winterkürbisse etwa doppelt so lange wachsen. Alle Kürbisssorten benötigen viel Platz, um gut wachsen zu können.

Standort für Zucchinipflanzen

Einjährige Zucchinipflanzen mögen einen sonnigen Platz im Garten mit ausreichend Wasser, aber keine Staunässe. Zucchini ist eine stark zehrende Pflanze und benötigt nährstoffreiche Erde. Als Erde ist eine Gemüse- oder Hochbeeterde empfehlenswert. Zusätzlich sollte Kompost oder Hornspäne im Beet unter gegraben sein.

Für den Balkon wie auch im Freiland eignet sich die dunkelgrüne Zucchinisorte „Black Beauty“ (Cucurbita pepo). Viele Zucchinisorten haben einen hohen Platzbedarf und sind besser im Hochbeet und Garten aufgehoben.

Achten Sie auf eine Fruchtfolge: Zucchinipflanzen möglichst nur alle 4 Jahre im gleichen Beet anbauen. Gute Nachbarpflanzen sind Zwiebeln und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen.

Zucchinisorten

Lassen Sie Zucchini nicht zu groß wachsen. Wenn ihre Früchte in etwa 20 cm groß sind, ist der ideale Erntezeitpunkt. Für Zucchinisuppen, zum Einfrieren, Grillen und als Rohkost geeignet. Einfacher Anbau.

Die Zucchinisorte Defender wächst buschig. Viel Sonne und Dünger sorgen für eine frühe Ernte. Weitgehend resistent gegen Viruskrankheiten. Defender-Früchte sind dunkelgrün gesprenkelt und sehen sich untereinander sehr ähnlich. Das macht Sie zu einer guten Sorte für den Verkauf oder beim Ausrichten von großen Essen. Ideal für gefüllte Zucchinirezepte.

Zucchini Alberello di Sarzana ist eine alte Zucchinisorte. Das Fruchtfleisch hat eine angenehme Festigkeit und schmeckt fein. Am besten nach der Aussaat vereinzeln bzw. pikieren. Jede Pflanze sollte ungefähr einen Quadratmeter Platz erhalten. Wie alle Zucchinisorten mag auch die Alberello di Sarzana reichlich Dünger, Sonne und Wasser.

Zucchini Cocozelle di Napoli ist eine dunkelgrüne Zucchini mit wenigen aber deutlichen hellen Streifen. Die Zucchini aus Napoli hat einen tollen Geschmack, sowohl eingelegt als gekocht wie Spargel. Auffallend ist die ausgeprägte Flaschenform. Diese Zucchinisamen sind übrigens in Deutschland nur selten zu kaufen.

Romanesco Zucchini sind schon nach 50 Tagen erntereif. Eine Sorte, die es wahrlich verdient hat, als Gourmetzucchini bezeichnet zu werden. Die seltenen, zarten Früchte sind im Vergleich zu anderen Zucchinis recht teuer.

F1 Hybriden

Zucchinipflanze Mastil (Cucurbita pepo) ist ein F1 Hybride der wegen seiner hohen Toleranz gegen den echten Mehltau und Gurkenmosaikvirus gekreuzt wurde. Sowohl Blüten als auch Zucchinis können über einen langen Zeitraum massenhaft geerntet werden. Eine klassische Zucchini mit einen angenehmen, nussigen Aroma.

Zucchini Piccolo F1 ist perfekt zum Anbau in Kübeln geeignet. Die Pflanze bildet ständig neue Mini-Zucchini. Sie ähneln in Form und Hühner-Eiern.

Kletterzucchini Black Forest F1 kann auch im Blumenkübel gepflanzt werden. Sie benötigen für diese Pflanze eine Rankhilfe. Belohnt werden Sie durch viele Zucchini die nur 15 cm – 25 cm lang sind. Tolle Sorte für den Balkon und im Gewächshaus.

Zucchini Endurance F1 ist eine produktive Sorte die kompakt und platzsparend ist. Für Einsteiger im Zucchini-Anbau eine empfehlenswerte Sorte. Endurance F1 bildet Unmengen an Blüten und Früchte.

Anzucht

Der Anbau und Anzucht von Zucchini erfolgt am besten direkt im Freiland. Die Jungpflanzen mögen es nicht umgepflanzt zu werden. Da Zucchinipflanzen schon nach 60 Tagen nach der Aussaat Früchte bilden, können Sie sich mit der Aussaat Zeit lassen.

In Gärten wird Zucchini gerne als Nachfolge für schon früh im Jahr reifen Erbsen gepflanzt. Wenn Sie Zucchini im Haus vorziehen möchten, starten Sie erst 2 – 4 Wochen vor dem Auspflanzen mit der Anzucht. Beim Umpflanzen behandeln Sie die Wurzeln besonders sanft.

Bei Keimtemperaturen ab 16° C pflanzen Sie die Zucchinisamen 3 cm Tief mit einem Abstand von 1 Meter. Zucchinipflanzen wachsen am besten bei warmen Temperaturen um die 22 °C. Sollen Zucchinipflanzen als Busch wachsen, können Sie drei Samen an eine Stelle aussäen. Zum Anziehen von Zucchini verwenden wir gerne Pflanztunnel. Damit beginnen wir in den ersten Maiwochen im Freiland.

Viele Hobbygärtner verwenden für die Anzucht im Freien entweder schwarzes Gartenvlies oder dunklen Rindenmulch, um das Beet abzudecken.

Dies erhöht die Bodentemperatur und verhindert ein schnelles Austrocknen des Bodens.

Im Haus frühstens Mitte April mit der Anzucht beginnen, da die Pflanzen sehr schnell wachsen und es schon bald zu Platzproblemen kommt.

Pflege

Zucchinipflanzen sind genügsam und pflegeleicht. Bei der richtigen Pflege und Düngung sind Ernten in Rekordmengen wahrscheinlich. Zum Düngen im Garten ist Kompost, Mist und anderer organischer Dünger ideal. Auf dem Balkon nehmen wir einen umhüllten NPK-Dünger 16-5-17 mit Langzeitwirkung.

Mit den kleinen Kügelchen lässt es sich einfach und sauber düngen. Auch wenn wir wenig Kompost zur Verfügung haben, hat sich der Dünger bewährt.

Bei der Pflege sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen wenig Stress erfahren. Zu wenig Wasser, zu viel Wärme sowie Faktoren wie Frost und Schädlinge können Stress auslösen. Wird die Zucchini dabei bitter, wird vom Verzehr dringend abgeraten. Bittere Zucchini können giftig sein.

Es kommt selten vor, aber es kam schon zu Todesfällen durch den Genuss von bitteren Zucchinis. Das Pflanzengift ist bei den Zucchinisorten eigentlich vollständig raus gezüchtet. Jedoch können gerade Zucchinipflanzen aus selbst gezüchteten Samen nach mehrerer Generationen unter widrigen Umständen dieses Gift bilden.
Wachsen die Früchte unförmig, ist dies ein Zeichen von zu wenig Wasser. Zucchinis sollten Sie morgens reichlich gießen. Vermeiden Sie es tagsüber und abends die Pflanze zu befeuchten. Bei nassen Blätter und Blüten kann es schneller zu einem Pilzbefall und Blütenfäule kommen. Lesen Sie dazu am besten den Beitrag über das richtige Gießen von Pflanzen.

Unkraut sollten Sie regelmäßig entfernen.

Durch Schädlinge werden viele Zucchinikrankheiten wie zum Beispiel der Gurkenmosaik-Virus , Zucchinigelbmosaikvirus, Squashmosaik-Virus und Tabakringfleckenvirus übertragen. Wir verwenden daher Neempresskuchen, um Neempresskuchen um den Befall von Schädlingen von Anfang an zu vermeiden. Zusätzlich geben wir alle zwei Wochen ein Pflanzenstärkungsmittel gegen Mehltau und Pilzbefall in das Gießwasser.

Gegen Schnecken helfen Schneckenzäune, Schneckenkragen und Barrieren aus Kupferblech.

Ernte

Von einigen Zucchinipflanzen wird das Gemüse bis zu einem Meter lang, sollte aber schon bei der halben Größe geerntet werden. Dazu nehmen Sie ein scharfes Messer und schneiden die Zucchini oder Zucchiniblüte ab. Bevorzugen Sie für die Ernte ein trockenes Wetter.

Bei Feuchtigkeit ist die Gefahr größer, dass sich an der verletzten Stelle eine Pflanzenkrankheit ausbreitet. Durch eine regelmäßige Ernte lässt sich der Ertrag der Zucchinipflanze steigern. Von einer Zucchinipflanze können Sie 3 bis 5 kg Zucchini in der Saison ernten.

Zucchiniblüten

Zucchinipflanzen bilden männliche und weibliche Blüten. Während die weiblichen Blüten die spätere Frucht bilden, können Sie die männlichen Blüten nach dem Bestäuben in der Küche verwenden. Alle Zucchiniblüten haben einen leichten Geschmack nach Nektar. Ideal, um mit Käse, Gehacktem und Gemüse gefüllt zu werden.

Blüten können Sie in einem Salat roh essen, frittieren, backen, braten und grillen. Dabei schmecken sie nicht nur gut, sondern sehen auch noch delikat aus.

Ideen zur Verwendung

Es kann das Problem entstehen, dass Sie eine zu reiche Ernte haben. Der beste Tipp an dieser Stelle muss lauten: weniger Pflanzen anbauen. Das wohl produktivste Sommergemüse können Sie zu einer Unmenge von Gerichten verwendet werden. Zucchinisuppen, Lasagne, zum Braten, als Chips und für Aufläufe ist das leckere, leicht säuerlich, nussigen Gemüse perfekt.

Zum Anbraten harmoniert Olivenöl zum feinen Geschmack. Beliebte Rezepte sind gefüllte Zucchinis, frittierte Zucchiniblüten und als Gemüse gebraten. Sollten Sie zu viel Zucchini auf einmal ernten, können Sie das Gemüse nach dem Waschen einfrieren. Da es nach dem Auftauen nicht mehr so knackig ist, verwenden wir es für Suppen in den kalten Wintermonaten.

Zucchiniblüten in Scheiben geschnitten bringen Farbe in Salaten, Suppen und im Frühstücks-Rührei. Zucchini ist reich an Vitaminen A und C, zusätzlich enthält das Gemüse Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen.

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